Eine weitere massive Einschränkung der Lebensqualität entsteht dadurch, dass der Betroffene beginnt, Situationen (z.B. Straßenbahn, Supermarkt, Auto) zu meiden, in denen er solche Panikattacken erlebt hat bzw. befürchtet. Das weitet sich immer mehr aus und kann soweit gehen, dass die Person schließlich überhaupt nicht mehr die Wohnung verlässt oder aber nur in Begleitung anderer.

Der beschriebene Teufelskreis, der zu dem Erleben solch massiver Körperreaktionen und Katastrophen-Gedanken (bis hin zur Todesfurcht) führt stellt nur einen Teilausschnitt dessen dar, was bei manchen Menschen dieses Panik-Geschehen hervorrufen kann.

Häufig ist bei solchen Personen festzustellen, dass ihnen in der Kindheit ein Bild der Welt vermittelt wurde, das vor allem gekennzeichnet ist durch Bedrohung, Angst und Obachtgeben. In Hinweisen der Eltern wurde vorrangig darauf verwiesen, dass alles gefährlich ist und worauf man alles achten muß; somit eine Art „Grund-Angsthaltung“ erzeugt wurde.

Panikattacken treten nahezu immer in Lebensphasen auf, in denen bisherige Lebensweisen abgelöst wurden durch neue Formen, die weitaus weniger den Bedürfnissen der entsprechenden Person gerecht werden (z.B. eine Frau mit früher vielen sozialen Kontakten und einem erlebnisreichen Leben, die sich nach der Hochzeit als Hausfrau zurückzieht in das isolierte Leben einer Einfamilienhaussiedlung).

Das auf sich selbst zurückgeworfene Dasein ist generell eine bedeutsame Rahmenbedingung, die das Panikgeschehen fördert. Wie bei dem oben dargestellten körperlichen Geschehen ist die Aufmerksamkeit der Panik-Klienten zunehmend mehr auf die eigene Person zentriert, so daß immer umfassender das verloren geht, was notwendig ist, um einem Menschen Halt und Stabilität zu geben – das Eingebundensein in Bezügen zu anderen Menschen, zu sinnvollen interessanten Aufgaben, zu einem insgesamt lebendigem Leben. Wobei hier von vorrangiger Bedeutung ist, daß diejenige Person das so wahrnimmt und erlebt.

Hier liegt ein wesentlicher Ansatzpunkt von Psychotherapie: Den Klienten zu unterstützen, seine Aufmerksamkeit weg von der eigenen Person auf äußere Ereignisse zu lenken, sei es, dass z.B. alte Hobbys wieder interessant werden können, neue als interessant bzw. sinnvoll erlebte Aufgabenstellungen gefunden und/oder Kontakte zu anderen Menschen geknüpft werden und damit generell wieder einen Halt in seinem Leben aufzubauen.

Des weiteren ist es therapeutisch sinnvoll, die oben dargestellte entstandene überdauernde Anspannung therapeutisch anzugehen.Erfahrungsgemäß bieten hypnotisch erzeugte Entspannung und das Vermitteln von Selbsthypnose gute Möglichkeiten einer grundlegenden Spannungsreduktion.

In der Trance-Arbeit wird darüber hinaus der Zugang des Klienten zu für ihn bedeutsamen Erlebnisinhalten ermöglicht und hierdurch inzwischen „verschüttete“ bzw. neue Fähigkeiten und Lebensbereiche entdeckt/entwickelt, die mit dazu beitragen, wieder ein lebendiges Leben zu führen, sodaß u.a. die Aufmerksamkeit wieder von innen nach außen gelenkt wird und der oben beschriebene Teufelskreis durchbrochen wird.

Kategorien: Therapie

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