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AD(H)S

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VIII. Der Therapeut als Spiegelbild des Problems

Aber die Wünsche sind eben drängender, die Anpassungsversuche heftiger und die Folgen gravierender, als das bei uns Nicht-AD(H)Slern der Fall ist. Wie bei den Psychosen existiert auch hinsichtlich AD(H)S eine Idee der hirnorganischen Geneigtheit, am Syndrom zu erkranken. Und ganz wie bei den Psychosen assoziiert sich das Vulnerabilitätskonzept leicht mit einem tendenziell verhaltenstherapeutisch gespeisten Therapiemodell (Döpfner et.al. 2002). Im Fall des AD(H)S scheint dies von den messbaren Erfolgen her der Behandlung mit Stimulanzien überlegen zu sein, lässt jedoch dafür psychodynamischen Blickwinkel, Ressourcenorientieretheit und Gesellschaftsbezug vermissen.

Wenn Döpfner (2003) hinsichtlich der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen nur zwischen „kognitiv-behavioralen“ und sogenannten „nicht behavioralen“ Verfahren unterscheidet, von denen letztere weniger untersucht und vermutlich weniger effektiv seien (was man bei weniger untersuchten Verfahren ja nun gerade eben gar nicht wüßte), dann wird hier eine Denkschere aufgeklappt, die zunächst den Therapeuten behindert, um dann den Blickwinkel des betroffenen Kindes einzuschränken.

Wenn nun AD(H)S-Leidende etwas in ihrem Leiden formulieren, das mit den unbewussten Wünschen des Therapeuten eng verbunden ist, von seiner eigenen kulturellen Prägung aber nicht „durchgelassen“ werden kann, dann entstehen Verzerrungen ganz neuer Art, die sich – man kann es vermuten - im Kind wiederspiegeln werden und die wir von Psychoseerfahrenen kennen. Die neurobiologisch unterfütterte Selbstwahrnehmung als gestört („mad“ anstelle von „bad“) und gewissermaßen immer am Rand des Abgrunds balancierend führt dazu, dass die Lebensentwürfe klein gehalten und eher den vermuteten Einschränkungen und äußeren Erfordernissen angepasst werden, als dass aus dem leidenden Menschen der Gestalter seiner selbst würde, der sich als seinen eigenen Urstoff und als geglückt betrachten darf. Mit anderen Worten: Ein Mensch mit AD(H)S verliert das Gefühl für sich selbst, ohne sich doch dafür dazugehörig fühlen zu dürfen, und das bedeutet, er hat überhaupt nichts mehr an Orientierung, was nicht zugleich auch Leere erzeugte und Mangelerlebnisse wachriefe.

Wobei der Umstand unter den Tisch fällt, dass das, was AD(H)S-Leidende erleben, ja eben gerade keine ungewöhnlichen Selbstbezogenheitswünsche sind, sondern vielmehr die allerbanalsten, deren Erfüllung freilich im sozialen Raster anderen Erfüllungen untergeordnet ist und daher – bloß daher - unrealistisch erscheint. Und hier ist nun der Ort, um über Stoffe nachzudenken, einen besonderen Stoff vielmehr, der sich längst selber zum kulturellen Prägstempel entwickelt hat, einem psychiatrischen Anti-Dope gewissermaßen.

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