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AD(H)S

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VI. Lust und Selbstfindung

Was nun genauer zu betrachten lohnt, das ist die Inkompatibilität, die AD(H)S-Leidende mit den Realitäten aufweisen, in denen sie leben. Sie ist es, die bei AutorInnen mitunter eine Art Hilflosigkeit der Beschreibung bewirkt, deren  Folge dann Begriffs-Schöpfungen sind wie „zwanghaft zerstreut“ (Hallowell und Ratey 2001) oder „kleine Chaoten“ (Spallek 2005); Begriffe, von denen ich sagen würde, dass keiner den Zusammenhang mit der Lebensweise und insbesondere das tiefe Wollen der AD(H)S-Kinder erfasst. 

Worum geht es dabei? Ich vermute, dass im AD(H)S ein Lustprinzip wirksam wird, das alles andere ist als banal oder läppisch. Und schon gar nicht zwanghaft. Vielmehr glaube ich, dass das Verfolgen einer kindlich-lustorientierten Lebenshaltung einen Weg darstellt, zum dem zu gelangen, was man ein „Selbst“ nennt.

Lustprinzip? Vielleicht ist es sogar noch mehr, nämlich ein Orientiertsein an sich selbst, eine alte Tugend, die immer schon (und in autoritär geprägten Zeiten besonders) auch ihre Kehrseite kannte und doch von Schriftstellern wie Hermann Hesse so sehr geschätzt wurde: Eigensinn nämlich. Eigensinnig zu sein, das bedeutet ja, an dem orientiert zu sein, was der eigene Organismus, das neuronale Netzwerk; das man für sich selber ist, als angemessen, als sinnvoll eben, erkannt hat.

Im Zeitalter der Hirnforschung ist für uns die Unterscheidung zwischen dem Innen und dem Außen schwieriger geworden (vgl. etwa Krüger 2004). Vor diesem Hintergrund  scheinen AD(H)S-Leidende in einem besonders ausgeprägten Maß an sich selber orientiert sein zu müssen, wobei sie dann Forderungen mit Abwehr, flottierender Aufmerksamkeit oder Trance-Träumen beantworten. Wie aber nun, wenn die Forderungen keine Forderungen mehr sind, sondern emotional eingebundene Möglichkeiten?

An dieser Stelle greift dann vermutlich, ähnlich wie bei Psychosen, die Forderung des sozialen Konsenses zu, der Code der Kultur beginnt zu wirken und es wird dem Betroffenen deutlich, dass seine Eigenregulation ein Herauspurzeln, eine Andersartigkeit, eine Fremdheit bedeutet. Hier liegt nun die Annahme nahe, dass sich in den sogenannten „Modediagnosen“ die Wunschzonen einer Kultur verbergen mögen, die Hoffnungen und die Probleme eines ganzen sozialen Körpers. Zu diesen vorzudringen setzt freilich voraus, sich mit Diagnosen nachdenklich auseinanderzusetzen, ehe man auf die therapeutische Praxis fokussiert.

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