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AD(H)S

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V. Böse oder krank?

Als Folge der Antipsychiatrie-Bewegung wurde in den 70er Jahren ersichtlich, dass Familien auf das Auftreten früher Störungsbilder häufig mit einer destruktiven Alternativen-Bildung reagieren: „Mad or bad“ heißt diese Alternative, das Kind oder der Jugendliche hat entweder einen unangenehmen Charakter („bad“), oder aber es ist gestört („mad“). Mir scheint, dass diese Alternative sich bei AD(H)S latent fortgesponnen hat, und wenn Heinrich Hoffmann noch ziemlich eindeutig zu „bad“ tendierte, so sind wir heute eher bei „mad“ angekommen, aber aus dem Blickwinkel der Antipsychiatrie ist das eine so destruktiv wie das andere.

Und es gibt auch noch eine weitere Position, die zwar auf den ersten Blick freundlicher erscheint, auf den zweiten Blick aber sich als gleichermaßen heikel erweist. Denn es gibt bei AD(H)S ganz ähnlich wie bei Psychosen regelrechte Lagerbildungen, bei denen dann im einen Lager die Defizitwahrnehmung (eben das „mad or bad“) dominiert, während man im gegenüberliegenden die Ressourcen überbetont. Eine solche komplementäre Seite der pathologieorientierten Betrachtung kommt im esoterisch orientierten Feld gut zum Ausdruck, wenn etwa von „Indigo“-Kindern (Carroll und Tober 2001) die Rede ist, die als etwas ganz Besonderes anzusehen sind, zutiefst wahrhaftig und mit größtem Respekt zu behandeln.

Gewiss ist es aber doch wohl angenehmer, ein „Indigo“-Kind zu sein, als schlecht oder verrückt, nicht wahr? Nun, vielleicht... Andererseits wissen wir, dass der Philosemitismus leicht in den Antisemitismus kippen kann und die Suggestion, ein Psychose-Leidender sei erleuchtet, gleichfalls ziemlich rasch in ihr Gegenstück umkippt. So dass wir wohl nicht falsch liegen, wenn wir erkennen, dass das Phänomen sich in seiner Betrachtung in der Tat auf problematische Weise spiegelt: Die Balance zwischen Defizit und Ressource, zwischen Leiden und Begabung zu halten scheint denen, die als Erklärende oder Verstehende mit AD(H)S befasst sind, ebenso schwer zu fallen wie den Betroffenen selbst.

Und wohl auch denen, auf die sie bezogen sind... Modelle, nach denen die Schwierigkeiten von erwachsenen Menschen mit AD(H)S sich besonders in der Partnerschaft spiegeln (Neuhaus 2005), lassen das Bild freilich eher wässrig erscheinen, denn neben deprimierenden Erkenntnissen, nach denen ein dauerhafter Bezug kaum möglich ist, da ein Nicht-ADHSler die Sprunghaftigkeit und das Schutzbedürfnis einer Betroffenen nicht lange aushält (was noch zu beweisen wäre, denn so eine kleine Kraft ist die Liebe nicht...), kommt es hier auf jene Balance hinaus, die doch das Wesen jedes Sich-Einlassens und jeder Wachstumszone ist, in der das Gebundensein und die Gelöstheit, die Bezogenheit und die Selbstwahrnehmung miteinander schwingen.

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