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AD(H)S

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III. Polarisierung

Vor welchem kulturdeutenden Hintergrund auch immer: AD(H)S polarisiert. In ihrer „Stellungnahme zur „Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ gab der Vorstand der Bundesärztekammer auf Empfehlung seines Wissenschaftlichen Beirats unter anderem zu lesen, man wolle mit der Schrift zu einer „Versachlichung beitragen und allen, die sich mit dieser Krankheit in Klinik und Praxis beschäftigen, einen soliden Hintergrund für ihr Denken und Handeln vermitteln“. (Ich zitiere dies aus dem Vorwort besagter Stellungnahme, abgedruckt im „Deutschen Ärzteblatt“, Ausgabe für Psychotherapeuten, Heft 1, erschienen im Januar 2006, S. 39).

Interessant, dass hier nur Kliniker angesprochen werden, nicht wahr? Und was die angestrebte Versachlichung angeht, so ist die Stellungsnahme überaus deutlich darauf bedacht, den Krankheitscharakter von AD(H)S zu betonen, wobei zugleich klare therapeutische Richtlinien gegeben werden, welche Psychoedukation, Verhaltenstherapie und Psychopharmaka in Form von Stimulanzien empfehlen.

Solche Empfehlungen stimmen verwunderlich, denn zugleich räumt der Bericht ein, dass eine klare Ursachenzuschreibung für das Phänomen gegenwärtig nicht existiert. So dass man mit Recht fragen könnte, welchen Sinn denn eng umrissene therapeutische Maßnahmen denn da machen, wo von einer klaren Bestimmung des Problemfeldes noch gar keine Rede sein kann.

Betrachten wir einmal die Gegenseite: Als am 4. Juni 2007 in Würzburg die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM) und eine Reihe anderer Gruppen aus Anlass des ersten internationalen Kongresses zum Thema AD(H)S zur Gegendemonstration aufriefen, da verteilten sie unter anderem Flugblätter, auf denen zu lesen stand: „Psychiatrischer Rohrstock zerstört Kinderseelen“. Und man konnte Elternchöre skandieren hören, die riefen: „Unsere Kinder kriegt Ihr nicht!“

Nun ist es kein Fehler zu wissen, dass die KVPM von Mitgliedern der Scientology-Church gegründet wurde. Andererseits: Ein großer Teil der Demonstrierenden gehörte dieser Gruppierung nicht an und marschierte vermutlich aus echtem, tiefempfundenen Grimm und in der Überzeugung, dass der klinische Machtapparat hier seine Instrumente wetzt, ohne doch für die Problematik und ihre tragischen Elemente noch das rechte Gefühl zu haben.

Wie bei jedem emotional aufgeladenen Leiden wird das innere Feld der Betroffenen im äußeren Feld auf verschiedene Weise gespiegelt. Das innere Chaos „verursacht“ mitunter ein äußeres und führt zu einem im Umfeld gesteigert erlebten Ordnungsbedürfnis. Zugleich verbietet sich die übermäßige Betonung der Ressourcenhaftigkeit von AD(H)S dort, wo das Leiden der Kinder deutlich zum Ausdruck kommt. Verläßlichkeit, Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz sind ja keine kleinen Kompetenzen, auf die man gut verzichten kann, sondern sie prägen das Beziehungsleben und die Entfaltung von Talenten selbstverständlich mit. Und so ist es wohl angezeigt, helfende Zugänge zu finden, die zugleich ein Gefühl für das Phänomen selbst und damit für das Kind in seinem Erfahrungsbereich ermöglichen.

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