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AD(H)S

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II. Eine Modediagnose?

Gibt es AD(H)S überhaupt? Manche sprechen von einer „Modediagnose“ (etwa: du Bois 2002), andere betrachten die Problematik als das Konstrukt einer falschen (nämlich einseitig ausgerichteten) Gesundheitswissenschaft (Roggensack 2006). Und wieder andere betonen die Leidensdimension und den medikamentösen Behandlungsbedarf noch bei Erwachsenen (Kooij et.al. 2004), oder gehen von einer eindeutigen Erbkomponente aus (Krause und Krause 2005).

Nun werden Krankheiten bis zu einem gewissen Grad immer konstruiert, denn ihr Entstehen (oder vielleicht besser ihr Beachtet-Werden) ist ja mit der Fragestellung, was man für angemessen und gesund ansehen möchte, verknüpft. In einer „Risikogesellschaft“ Beck (2003) nimmt man andere Formen des Erkrankens wahr, als in einer „Opfer-Jammer-Kultur“ (Dörner 2003).

Vermutlich ist der kulturelle Wahrnehmungshintergrund für die Einschätzung dessen, was AD(H)S sei, tatsächlich entscheidend. Wie nur bei wenigen anderen Problemzonen, etwa den Psychosen, kommt es bei der Betrachtung des Phänomens zu dramatisch divergierenden Einschätzungen. Dabei ist der Begriff „Modediagnose“ noch relativ harmlos, und dieser wurde in den letzten Jahren unter anderen auch schon auf die „Multiple Persönlichkeitsstörung“ und auf die „Posttraumatische Belastungsstörung“ angewendet.

Freilich hat dies nie dazu geführt, dass Therapeutinnen und Therapeuten einfach untätig geblieben wären, denn ganz gleich, wie modisch ein Leiden sein mag, es ist doch zunächst mal ein Leiden. Und so muss uns denn der Einwand,  dass hier „modisch“ diagnostiziert werde, auch gar nicht weiter beschäftigen – schließlich bedeutet er ja nicht, dass das Phänomen selbst gar nicht existiere.

Vielmehr meint der Begriff „Modediagnose“, der ja skeptisch gemeint ist und bedeuten soll, man benutze eine Diagnose eher wahllos, in seinem Subtext noch etwas anderes, nämlich dies: Wenn AD(H)S eine Modediagnose ist, dann steht sie im Zusammenhang mit einer kulturellen Strömung (einer „Mode“ eben), was aber noch rein gar nichts darüber aussagt, ob das, was diese Strömung mit sich führt, nicht ziemlich handfest sein mag. Schlaghosen und MP3-Player existieren ja auch, selbst wenn man sie als modische Erscheinungen ansehen kann.

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