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AD(H)S

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XI. Balance und Stimulation

Wo nun die Balance aber her nehmen, wie sie fördern? Als Hypnotherapeut interessiert mich AD(H)S auch unter Trance-Gesichtspunkten, denn die bekannten Unfähigkeit, an als uninteressant erlebten Themen „dranzubleiben“ und die gleichzeitige Gebanntheit vom Faszinierenden haben natürlich einen Trance-Aspekt, der kaum zu übersehen ist. Die primäre Rolle spielt hier die Emotion, besser: Die emotionale Kopplung, die zwischen der primären Aufmerksamkeit und dem Halten der Aufmerksamkeit besteht.

Frühere hypnotherapeutische Modellbildungen (Ziegler 2001) betonen den hirnorganischen Faktor, was durchaus eine erfolgversprechende Perspektive ist. Ich möchte den Akzent jedoch ein klein wenig anders legen, denn es ist in meinen Augen beunruhigend leicht geworden, die gesellschaftliche Relevanz von Störungsbildern mittels Verweisen auf hirnorganische Bedingtheiten klein zu halten. Dass natürlich auch die Gehirne sich formen und dass sie sich formen in Analogie zur Kultur, das fällt dabei unter den Tisch. Man kann es aber leicht überprüfen, wenn man sich die Reaktion von Kindern auf Medien anschaut.

Der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer (2005) verweist auf die Gefahren für Kindergehirne, die aus medialer Stimulation entspringen. In diesem Zusammenhang ist von jenem animierten Ruhigwerden, jener Konzentration die Rede, die in der Regel mit vermehrten Alpha-Wellen im EEG einher geht. Spitzers Position freilich ist eindeutig: Was hier gut aussieht, ist im Kern nicht gut, denn es koppelt die Kinder von der Wahrnehmung von Einzelheiten ab, indem es sie gleichzeitig auf eine Erweiterung des Fokus, auf Feldwahrnehmungen also konditioniert

Feldwahrnehmung und Orientierung an Spielerfordernissen anstelle des Sich-Versenkens in die emotional aufgeladene Einzelheit: Man könnte im Sinne eines Gedankenexperiments so weit gehen, Ritalin und stimulierende Medien in einen Zusammenhang zu bringen. Der flackernde Bildschirm bannt mit seiner Performance ebenso wie die Droge das tut, und beide erzeugen jenes konzentriertes Dabeisein, das gegenwärtig schon so begehrt ist, und das in einer polystimulierten Kultur vermutlich der am heißesten gehandelte Stoff werden dürfte. In beiden Fällen freilich fällt etwas unter den Tisch, das für AD(H)S-Betroffene wichtiger sein dürfte als alles sonstige: Die eigene Vorstellungswelt nämlich. Sie also, die eigene Welt des Vorstellens und Sich-Ersinnens scheint es zu sein, die in der Behandlung von AD(H)S zu nutzen ist.

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