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AD(H)S

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X. Sinn und Sehnsucht

Es fällt ein bisschen auf, dass sowohl AD(H)S, als auch die Droge, die es eindämmen soll, in krasser Weise polarisieren. Warum dies? Nun, betrachtet man die Reaktionen, die etwas hervorruft, unter einem tiefenpsychologischen Blickwinkel, so könnten sie auf eine Sache hinter dem Phänomen selbst verweisen.

Ich vermute, dass sich hinter dem, was uns als erster tiefer Wunsch hinter der AD(H)S-Problematik aufschimmerte, noch eine andere Zone des Wünschens auftut, eine, die beträchtlich mehr mit dem Haltenkönnen dessen zu tun hat, was da an Auszutobendem und Hinzuträumenden vorhanden sein mag. Und so mag die eigentliche Sehnsucht hinterm Eigensinn nun doch noch eine andere ein, die nach Balance nämlich. Balance, das bedeutet ja, sich halten zu können, ohne dabei nach rechts (keine Aufmerksamkeit) oder nach links (zuviel Aufmerksamkeit) zu fallen, ohne dem Chaos (alles durcheinander) oder dem Bann (alles missglückt) zu verfallen.

Als Hypnotherapeut betrachtet man die suggestive Seite einer Diagnostik aufmerksamer, als als Anhänger einer anderen Therapieform. Und zugleich macht man die Erfahrung, dass Menschen ein Problem leichter angehen können, wenn die Diagnose konstruktiv gewählt ist. Es ist erheblich leichter, mit einem „Energieschub“ umzugehen oder mit einer „schlagartigen Aktivierung“, als mit einer „Panikattacke“ (wobei die Erscheinungen im Körper dieselben sind und sich nur die Haltung des Menschen zu sich selbst verändert.

Bezeichnen wir das AD(H)S probehalber einmal anders, nämlich als BSS, als „Balance-Sehnsucht-Syndrom“. Was ist anders? Nun, zunächst eimmal ist an die Stelle einer „Störung“ eine „Sehnsucht“ getreten. Das hat den Vorteil, dass wir uns Pathologisierungen ersparen und sogleich zum Eigentlichen übergehen können, nämlich zur angestrebten Dynamik. Sodann zeigt es sich, dass das Syndrom selbst als geeignet angesehen werden kann, Wege zu seiner Behandlung zu weisen (Behandlung nicht im klinischen, sondern im sozialen Sinn). Endlich wirkt die suggestiv benannte Zielrichtung (Balance) suggestiv bindend im konstruktiven Sinn, wo zuvor die Aufmerksamkeit primär beim Problem lag.

Balance, das ist etwas anderes als verordneter Ablauf. Und wer versuchen würde, Begriffe wie „Ordnung“, „Klarheit“, „Struktur“ oder „Zeitplan“ einem AD(H)S-Leidenden nahezubringen, der würde wohl auch rasch feststellen, dass entweder (beim Kind nämlich) hier eine ungewöhnliche Abwehr zu vermerken wäre, oder aber (beim Erwachsenen) eine Art verzweifeltes Nicken, das deutlich macht, wie viel schon versucht wurde, um diese Begriffe in gelebtes Leben zu übverführen...

Wer angesichts einer sichtbaren Tragik so handelt, als ginge es doch auf dieselbe Weise weiter, der reproduziert Leiden. Deutlich ist, dass es nicht die abstrakten, die begrifflichen Vorgaben sind, an denen hier die Orientierung erfolgen kann. Vielmehr  sind es für die Träumenden Bilder, körperlich wirksame Imaginationen auch, die der Selbstleitung nützen.

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