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Stephen Gilligan: Self Relations Psychotherapy

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I. Zusammenfassung (Seminar Self Relations Psychotherapy, 1.-3.9.2000)
II. Interview mit Stephen Gilligan

 

I. Zusammenfassung Seminar Self Relations Psychotherapy, 1.-3.9.2000)

Die Selbstbeziehung in Trance entwickeln

Stephen Gilligan im Institut für Hypnotherapie, Düsseldorf

Er sagt: Therapeuten ähneln Performance-Künstlern mehr als Wissenschaftlern. Und so handelt er auch. Es gibt gegenwärtig unter Hypnotherapeuten und -therapeutinnen kaum einen anderen, der von seinem Publikum so geliebt wird. Und was seine Bedeutung angeht, so mochte mancher denken: Ah, da ist er endlich wieder! Hi, Steve! Wo warst Du denn so lange. Für uns, die wir unsere therapeutischen Modelle in Interaktion mit oder parallel zu den Deinen entwarfen war es eine lange Wartezeit.

Wenn Stephen Gilligan die Bühne betritt, dann gibt es innerhalb von kürzester Zeit einen dichten, einen ungewöhnlich dichten Kontakt zwischen ihm und seinem Publikum. Vielleicht liegt der Grund für diese innige Beziehung in den Themen, um die es hier geht - speziell in einem: Der Beziehung. Wobei Beziehung für Gilligan sowohl die Beziehung zu anderen meint, als auch - gewissermaßen als Voraussetzung für jene - die Selbstbeziehung. Über so etwas könnte man reden, lange, ohne dass man etwas erführe, und man könnte therapeutische Spiele machen, dauernd, ohne dass man mehr wüsste. Daher ist die Verknüpfung von neuen Beziehungsmodellen in Verbindung mit der Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen, die Voraussetzung für ein gelingendes Seminar zum Thema „Selbstbeziehung“.

Wann leiden wir unter einer gestörten Selbstbeziehung? Nun, etwa wenn wir uns Ziele setzen, die unerreichbar bleiben. Wenn wir mit uns selbst schimpfen, weil uns etwas nicht gelingt. Wenn wir Angst haben oder depressiv sind, weil etwas in uns anders ist, als wir es gern hätten. Wenn wir Wutausbrüche kriegen aus heiterem Himmel oder psychosomatisch zu leiden beginnen. Wenn unsere Beziehungen vom Verstummen gekennzeichnet sind oder von einem Übermaß an Vorwurf. Kurz: Wenn wir in jenem Leidenszustand sind, der uns zum Therapeuten treibt.

Natürlich hätten wir unser Leiden gern schnell „weg“ und würden einfach „anders“ handeln. Aber es geht bei Gilligan nicht um die schnelle Symptombeseitigung, die wir vielfach mit der Hypnose assoziiert finden. Ein Angriff auf formelhafte Vorsatzbildung und Plattheiten des positiven Denkens klingt bei Gilligan so: „I’m going to read that paper and I’m going to be confident, confident, confident! And then I read the paper and I feel scared, scared, scared!“ Ja, das kennen die meisten von uns und haben längst Zweifel an der direkten Symptombeeinflussung gehabt, wenn sie einen anderen Satz hören, der die Hypnotherapie an die Tiefenpsychologie C.G. Jungs andockt: „Symptoms are unintegrated archetypal energies.“ Oder, unser Leid umdeutend mit den Mitteln eines Zen-Meisters: „The problem is the solution in progress.“

Daß das „Problem“ zu uns gehört und ein Teil von uns ist, der gelebt werden will - das wissen wir schon so lange, aber es gibt nicht viele, die uns spüren lassen können was geschieht, wenn wir auf neue Art mit uns selbst in Kontakt treten. Ritualisierte Übungen, bei denen die Teilnehmer sich aufeinander einzustimmen lernen, sind im Seminar die Basis für solche Erlebnisse. Modelle aus der Hypnotherapie werden mit Erfahrungen aus der asiatischen Kampfkunst verknüpft und führen zu einer aufmerksamen Zentriertheit, bei der wir weder ganz bei unserem Gegenüber sind noch ausschließlich bei uns selbst, sondern in einem „Sowohl - als auch“. Die Übungen wirken tief und sie wirken nach und sie vermitteln vielen eine andere Art, Trance zu nutzen. Trance wird zum Beziehungshelfer als ein Zustand, in dem Menschen in der Lage sind, eine innere Balance zu wahren und in ihrem Gegenüber das „Gesunde“ und das „Problem“ als Teile desselben Ganzen zu sehen.

Jedes Leiden kommt aus einem Teil der Person, der zurückgewiesen wurde. Dieser kommt zu uns zurück als das „schreckliche Geschenk“, von dem Milton Erickson, Gilligans therapeutischer „Vater“, sprach. Indem wir beginnen, das Geschenk als Geschenk zu begreifen und nach dem zurückgewiesenen Selbst auf die Suche zu gehen, beginnen wir zu heilen und zu uns selbst in eine neue Beziehung zu treten. Daß dies in einem Seminar so intensiv erfahrbar wird wie zuletzt in Düsseldorf ist selten und setzt Zugewandtheit ebenso voraus wie ausgefeilte therapeutische Techniken. Vielleicht wird Stephen Gilligans Art, Trance zwischenmenschlich einzusetzen und unsere  Selbstbeziehung als Ausgangspunkt unserer Beziehungen neu zu gestalten, einmal ein Basis-Instrument der Psychotherapie werden. Wer bei diesem Seminar dabei war, nickt jetzt und sagt: „Ja, hoffentlich.“

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